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Über Taekwondo

Taekwondo, die "Kunst (Do) des Fuß- (Tae) und Faust- (Kwon) Kampfes", ist eine intensive und umfassende Körperschulung. Es beinhaltet die Selbstverteidigung (Hosinsul), die im Ernstfall besonders wirksam ist, den Ein-, Zwei- und Dreischrittkampf (Ilbo-, Ibo- und Sambotaeryon) und das Sparring (Matsoki). Die Wettkampfdisziplinen sind Formen- und Vollkontaktkampf. Insbesondere bei Gürtelprüfungen werden Bruchtests ausgeführt sowie Formen und Selbstverteidigung demonstriert. Millionen Menschen auf der ganzen Welt üben Taekwondo aus. In der WTF (World Taekwondo Federation) sind inzwischen über 100 Mitgliedstaaten vertreten!

Die Vorläufer des Taekwondo und ihr Ursprung

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat.

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten. Koguryo war hierbei bei weitem das flächenmäßig Größte. Dies führte dazu, dass die beiden südlichen Länder Baek Je und Silla in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten.

Während der Silla-Dynastie (668-935 n.Chr.) wurden die Hwarang-Do Krieger sowohl durch ihren Mut als vor allem auch durch enormes Kampfgeschick bekannt, und verhalfen den Kampfkünsten zu neuer Blüte. Soo Bak Gi und Taek Kyon wurden zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der auch jährliche Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln.

Auch während der Koryo-Dynastie (918 - 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Somit wurde das Taek Kyon fast 800 Jahre lang weitergepflegt und perfektioniert. In der folgenden Yi-Dynastie (1393 - 1910 n. Chr.) wurde jedoch alles, was mit dem Militär zu tun hatte, abgewertet.

Als im 14. Jahrhundert die Lee-Dynastie folgte, wurde das Taek Kyon nur noch von kleinen Gruppen am Leben erhalten. Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen, und Taek Kyon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Damit war aber der Anlass, der das Taek Kyon zu seiner einstigen Blüte geführt hatte, wieder gegeben: die Bedrohung von Außen. Gerade das führte dazu, dass das Taek Kyon von neuem ausgeübt und gepflegt wurde.

Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taek Kyon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi, Hong Hi mit der Aufgabe, das Taek Kyon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen.

Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taek Kyon in Taekwondo, was soviel wie "der Weg des Fußes und der Hand" heißt.

1955 führte dann General Choi Hong Hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwondo als Nationalsport ein. Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach eingeführt, an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes. 

1965 brach eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet.



Entwicklung seit den Sechzigern

1961 - Die "Korean Taekwondo Association" (KTA) wird gegründet.

1966 - Die International Taekwon-Do Federation (ITF) wird gegründet.

1972 - Das Kukkiwon (jetziger Sitz der World Taekwondo Federation) wird fertig gestellt.

1973 - Die World Taekwondo Federation (WTF) wird gegründet auf Grund der ersten Taekwondo Weltmeisterschaft bei einem Treffen im Kukkiwon von 35 Repräsentanten aus verschiedenen Ländern.

1974 - Die erste "Asian Taekwondo Championships" wird im Kukkiwon veranstaltet mit über 10 teilnehmenden Ländern.

1975 - Die WTF wird ein Mitglied der "General Association of the International Sports Federation" (GAISF).

1976 - Die "European Taekwondo Union" (ETU) wurde in Barcelona (Spanien) von 12 europäischen Ländern gegründet. Die erste "European Taekwondo Championship" wird in Barcelona (Spanien) veranstaltet. 11 Ländern nehmen daran teil.

1978 - Die zweiten "European Taekwondo Championship" werden in München (Deutschland) ausgetragen. 195 Teilnehmer aus 14 Ländern kämpfen um den Sieg.

1980 - Die IOC erkennt offiziell die WTF bei ihrer 83. Sitzung in Moskau an.

1981 - Die Deutsche Taekwondo Union entsteht aus der Sektion "Taekwon-do" des Deutschen Judo Bundes. Die ersten "World Games" werden im Toso Pavilion in Californien (USA) mit 285 Teilnehmern aus 14 Ländern ausgetragen.

1982 - Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wird Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB).  

1983 - Die "International Taekwondo Academy" wurde gegründet.

1986 - Der erste "World Cup Taekwondo" wurde in Colorado Spring (USA) veranstaltet.

1988 - Taekwondo ist eine Demonstrationssportart mit 192 Teilnehmern aus 35 Ländern bei den vierundzwanzigsten Olympischen Spielen.

1992 - Taekwondo nimmt als eine Demonstartionssportart mit 128 Teilnehmern aus 39 Ländern bei den fünfundzwanzigsten Olympischen Spielen 1992 teil.

1995 - Die WTF (Südkorea) setzt die DTU unter Druck, damit diese das bis dahin bevorzugte Formensystem des Choi Hong Hi (Hyong) auf Poomse umstellt. Druckmittel ist die Teilnahme der deutschen Sportler an den Olympischen Spielen.

2000 - Die ersten Olympischen Spiele mit Teilnahme, bei der Taekwondo (WTF Stil) als Vollkontakt vertreten ist. Faissal Ebnoutalib (80kg) holt dabei die erste deutsche Olympia-Taekwondo-Medaille (Silber) für Deutschland.

2003 - Weltmeisterschaft der WTF in Garmisch-Partenkirchen / Deutschland. Mit 822 Teilnehmern ist diese WM die bisher größte aller Zeiten.

2005 - Bei der 117ten Vollversammlung des IOK in Singapur wird Taekwondo auch für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 bestätigt.

2006 - Erste Poomsae-Weltmeisterschaft in Seoul / Korea.